Qualitätsmanagement in der Medizinprodukteindustrie

Medizinprodukte unterliegen Leistungs- und Sicherheitsanforderungen, die ein Qualitätsmanagement über den gesamten Produktionszyklus notwendig machen. Anhand der Medical Device Regulation (MDR) muss jedes Unternehmen, welches Medizinprodukte fertigt, ein Risikomanagementsystem einrichten, dokumentieren und verwalten, um die Sicherheit seiner Produkte zu gewährleisten. Der Kurs vermittelt die Anforderungen an ein solches System, die geltende internationale Norm für Risikomanagementsysteme und die für die Zulassung von Medizinprodukten relevante ISO-Norm 13485.

  • Abschlussart: Zertifikat „Qualitätsmanagement in der Medizinprodukteindustrie“
  • Abschlussprüfung: Praxisbezogene Projektarbeit mit Abschlusspräsentation
  • Unterrichtszeiten: Vollzeit
    Montag bis Freitag von 8:30 bis 15:35 Uhr (in Wochen mit Feiertagen von 8:30 bis 17:10 Uhr)
  • Dauer: 4 Wochen

Einführung in das allgemeine Qualitätsmanagement (ca. 0,5 Tage)

Grundlagen des QM

Q-Methoden und Q-Werkzeuge


Künstliche Intelligenz (KI) im Arbeitsprozess (ca. 0,5 Tage)

Dokumentenprüfung mit KI-Unterstützung

Regulatorische Anforderungen (AI Act)


Regulatorischer Rahmen und Zulassung von Medizinprodukten (ca. 1,5 Tage)

MDR und IVDR

Klassifizierung und Konformitätsbewertungsverfahren

Wirtschaftsakteure, benannte Stellen und regulatorische Verantwortlichkeiten

UDI und Produktregistrierung in EUDAMED

Besonderheiten bei Software als Medizinprodukt (Klassifizierung, Grundzüge IEC 62304)

Aufbau und Bestandteile der Technischen Dokumentation


QM – Medizinprodukte ISO 13485 (ca. 1,5 Tage)

Aufbau, Umfang, Geltungsbereich der ISO 13485

Zusammenhang zwischen MDR/IVDR und ISO 13485

Design- und Entwicklungslenkung, Verifizierung und Validierung

ISO 13485 und FDA Quality Management System Regulation (QMSR/21 CFR Part 820)


Risikomanagement (ca. 2 Tage)

Bedeutung der Risikomanagementnorm ISO 14971

Risikoanalyse, Risikobewertung und Risikobeherrschung

Risikomanagement über den Produktlebenszyklus


Anforderungen an Managementsysteme (ca. 2,5 Tage)

ISO 9001 vs. ISO13485

Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Kompetenzmanagement

Mess- und Prüfmittelmanagement für Medizinprodukte und Diagnostika

Prüfplanung und Grundzüge statistischer Stichprobenverfahren (AQL)


Prozessorientiertes QM (ca. 2 Tage)

Bedeutung von Prozessen, Prozessorientierung, Prozessbeschreibung und Prozessvalidierung

Corrective and Preventive Actions (CAPA-Prozess)

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)

Change-Control-Grundlagen bei zugelassenen Produkten


Dokumentationssysteme (ca. 3 Tage)

Grundlagen der allgemeinen QM-Dokumentation, Dokumentenlenkung und Archivierung

Validierungsparameter (IQ, OQ, PQ)

Technische Dokumentation nach MDR/IVDR

Grundzüge Lieferanten-/Zulieferermanagement (Supplier Qualification, Supplier Audits)

Grundlagen der klinischen Bewertung und des Clinical Evaluation Reports (CER)

Schnittstelle zwischen klinischer Bewertung und Risikomanagement

Gebrauchstauglichkeit (Usability Engineering) von Medizinprodukten


Überwachung der Produkte am Markt (ca. 2 Tage)

Fehler- und Reklamationsmanagement

Post-Market Surveillance (PMS), Post-Market Clinical Follow-up (PMCF)

Vigilanz, Meldeverfahren und Complaint Handling

EUDAMED im Post-Market-Kontext

Kommunikation mit Behörden und benannten Stellen: Feedback und Meldewesen


Audits und Inspektionen (ca. 1,5 Tage)

Anwendung der EN ISO 13485

Auditplanung, Auditdurchführung und Nachbereitung

Zertifizierer bzw. die zuständigen Behörden

EN ISO 13485 vs. MDR (Medical Device Regulation)

ISO 13485 als Grundlage für das globale MDSAP (Medical Device Single Audit Program)


Projektarbeit (ca. 3 Tage)

Zur Vertiefung der gelernten Inhalte

Präsentation der Projektergebnisse



Änderungen möglich, die Lehrgangsinhalte werden regelmäßig aktualisiert.

Nach dem Lehrgang kennst du dich mit den Regularien, Normen und Konformitätsbewertungsverfahren für Medizinprodukte aus und kannst bei der Umsetzung der EN ISO 13485 und der ISO 14971 mitwirken.

Der Lehrgang richtet sich an Personen mit einem Studium der Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaftler:innen, Produktionsleiter:innen, Qualitätsbeauftragte sowie an alle Mitarbeiter:innen, diein den Bereichen Regulatory Affairs, Entwicklung, Produktion, Qualitätskontrolle und -sicherung von Medizinprodukteunternehmen tätig sind.

Damit ein Medizinprodukt am deutschen und europäischen Markt vertrieben werden darf, müssen in der Herstellung medizinproduktrechtliche Vorschriften eingehalten werden. Fachkräfte, die sich im Produktionsprozess und den geltenden Qualitätsstandards auskennen, sind in der Medizinprodukteindustrie stark nachgefragt. Zudem verhelfen entsprechende Kenntnisse auch in der Pharmabranche zu einem besseren Verständnis der regulatorischen Erfordernisse an der Schnittstelle von pharmazeutischer und medizintechnischer Industrie.

Dein aussagekräftiges Zertifikat gibt detaillierten Einblick in deine erworbenen Qualifikationen und verbessert deine beruflichen Chancen.

Didaktisches Konzept

Deine Dozierenden sind sowohl fachlich als auch didaktisch hoch qualifiziert und werden dich vom ersten bis zum letzten Tag unterrichten (kein Selbstlernsystem).

Du lernst in effektiven Kleingruppen. Die Kurse bestehen in der Regel aus 6 bis 25 Teilnehmenden. Der allgemeine Unterricht wird in allen Kursmodulen durch zahlreiche praxisbezogene Übungen ergänzt. Die Übungsphase ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts, denn in dieser Zeit verarbeitest du das neu Erlernte und erlangst Sicherheit und Routine in der Anwendung. Im letzten Abschnitt des Lehrgangs findet eine Projektarbeit, eine Fallstudie oder eine Abschlussprüfung statt.

 

Virtueller Klassenraum alfaview®

Der Unterricht findet über die moderne Videotechnik alfaview® statt  - entweder bequem von zu Hause oder bei uns im Bildungszentrum. Über alfaview® kann sich der gesamte Kurs face-to-face sehen, in lippensynchroner Sprachqualität miteinander kommunizieren und an gemeinsamen Projekten arbeiten. Du kannst selbstverständlich auch deine zugeschalteten Trainer:innen jederzeit live sehen, mit diesen sprechen und du wirst während der gesamten Kursdauer von deinen Dozierenden in Echtzeit unterrichtet. Der Unterricht ist kein E-Learning, sondern echter Live-Präsenzunterricht über Videotechnik.

 

Die Lehrgänge bei alfatraining werden von der Agentur für Arbeit gefördert und sind nach der Zulassungsverordnung AZAV zertifiziert. Bei der Einreichung eines Bildungsgutscheines oder eines  Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheines werden in der Regel die gesamten Lehrgangskosten von deiner Förderstelle übernommen.
Eine Förderung ist auch über den Europäischen Sozialfonds (ESF), die Deutsche Rentenversicherung (DRV) oder über regionale Förderprogramme möglich. Als Zeitsoldat:in besteht die Möglichkeit, Weiterbildungen über den Berufsförderungsdienst (BFD) zu besuchen. Auch Firmen können ihre Mitarbeiter:innen über eine Förderung der Agentur für Arbeit (Qualifizierungschancengesetz) qualifizieren lassen.

Gerne beraten wir dich kostenfrei.

0800 3456-500 Mo. - Fr. von 8 bis 17 Uhr
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